Bayerische Kartoffelernte in den Scheunen

Gesamterntemenge in Bayern im Schnitt der Jahre

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Die Kartoffelernte in Bayern ist nahezu abgeschlossen. Bayerns Kartoffelbauern freuen sich über hohe Hektarerträge. Diese liegen mit 441 Dezitonnen je Hektar gut 7 Prozent über dem fünfjährigen Durchschnitt und sind gegenüber dem schlechten letzten Jahr sogar um gut ein Drittel höher. Die Bayerische Gesamternte wird derzeit auf 1,8 Mio. Tonnen geschätzt, was dem langjährigen Schnitt entspricht.

Hohe Hektarerträge und eine „nur“ durchschnittliche Gesamternte in Bayern – wie kann das sein? „Bayerns Kartoffelbauern haben die Anbaufläche zurückgefahren“, erklärt Johann Graf, Kartoffelreferent beim Bayerischen Bauernverband. Heuer wuchsen auf rund 40.900 Hektar im Freistaat Kartoffeln – das ist ein Flächenrückgang von circa 6 Prozent. Die Gründe dafür sieht der BBV-Experte am Markt. „Schon im Frühjahr 2014 schwächelten die Erzeugerpreise. Darauf haben die Bauern reagiert“, so Graf weiter. Dies helfe derzeit aber wenig, da in vielen Kartoffelanbaugebieten in Deutschland und ganz Europa die Kartoffelflächen ausgedehnt wurden und gut geerntet wurde.
 
Aktuell sind die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln mit 7,60 Euro je 100 kg für die Landwirte nicht zufriedenstellend. Für Verarbeitungskartoffeln, das heißt Kartoffeln zur Herstellung von Knödelteig, Chips und Fritten, ist die Lage mit rund 4 Euro je 100 kg schon dramatisch. Einziger Lichtblick sind hier die abgeschlossenen Verträge zwischen Landwirten und Abnehmer, die für beide Seiten auskömmliche Preise absichern. Die Verbraucher können sich derzeit auf gute Kartoffeln zu günstigen Preisen freuen.
 
Deutschlandweit liegt die Kartoffelernte 2014 bei knapp 11,5 Millionen Tonnen –18,8 Prozent über dem schwachen Vorjahresergebnis. Der mehrjährige Durchschnitt wird um 5,4 Prozent übertroffen.